Aus Werde 100: Wie ich mit 100 TageSkifahren meine Chemo überstand
- Ashwani Agarwal

- 9. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Jan.

"Wie konnten Sie das tun?“
Das ist die häufigste Frage zu meiner Chemotherapie im Winter 1997/98. Die Vorstellung, während einer solchen Behandlung Sport zu treiben, erscheint vielen unmöglich, ja sogar gefährlich. Für mich war es überlebenswichtig. Heute belegt die Wissenschaft, was ich damals instinktiv spürte: Gezielte körperliche Aktivität ist kein Risiko, sondern eine der wirksamsten "unterstützenden Therapien", die es gibt. Sie kann Nebenwirkungen reduzieren, die Lebensqualität verbessern und sogar die Wirksamkeit der Behandlung steigern.
Hier sind die wichtigsten Fakten und wissenschaftliche Belege:
1. Weniger Nebenwirkungen, mehr Lebensqualität
Zahlreiche Studien, u.a. vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), zeigen, dass Sport das mit der Chemo verbundene Fatigue-Syndrom (extreme Erschöpfung) signifikant reduziert. Auch Übelkeit und Schmerzen können gelindert werden
Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Krebsinformationsdienst
2. Stärkung des Immunsystems Moderate Bewegung kann die Funktion der Immunzellen, insbesondere der "Natürlichen Killerzellen", verbessern. Ein starkes Immunsystem ist entscheidend, um die Krebstherapie besser zu überstehen und Infektionen abzuwehren.
Quelle: Studienübersicht im Journal of Sport and Health Science
3. Potenzielle Verbesserung der Therapiewirksamkeit Neueste Forschungen deuten darauf hin, dass Sport die Durchblutung des Tumors verbessern kann. Das hilft, dass die Medikamente der Chemotherapie den Tumor besser erreichen und dort effektiver wirken können.
Quelle: Nationale Dekade gegen Krebs / Onko-Internetportal
Empfohlene Bücher: Praktische Tipps für Deine Therapie
Diese Bücher wurden von Experten speziell für Krebspatienten geschrieben. Sie bieten dir praxisnahe Anleitungen, Hintergrundwissen und Motivation, um sicher und effektiv aktiv zu bleiben
Deutschsprachige Bücher

Diagnose Krebs - Mit Bewegung und Sport durch die Therapie
Kai-Achim Bruder
Warum es sich lohnt: Das absolute Standardwerk im deutschsprachigen Raum. Geschrieben von den führenden Experten der onkologischen Trainings- und Bewegungstherapie. Es erklärt wissenschaftlich fundiert und zugleich verständlich, warum Bewegung so wirksam ist und gibt konkrete Trainingsempfehlungen.

Aktiv leben gegen Krebse
Prof. Dr. med. Michael H. Schoenberg
Warum es sich lohnt: Ein sehr patientenorientierter Ratgeber, der vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) mitentwickelt wurde. Er konzentriert sich auf praktische Übungen für zu Hause und hilft dabei, die häufigste Nebenwirkung – die Fatigue (Erschöpfung) – gezielt zu bekämpfen.

Stark gegen Krebs
Prof. Dr. Volkmar Nüssler
Warum es sich lohnt: Dieses Buch bietet einen ganzheitlichen Ansatz und verbindet die Themen Bewegung und Ernährung. Prof. Nüssler leitet die Arbeitsgruppe "Prävention und integrative Onkologie" und zeigt, wie diese beiden Säulen synergetisch wirken, um den Körper während der Therapie zu stärken
Englischsprachige Bücher:

Moving through cancer
Dr. Kathryn Schmitz
Warum es sich lohnt: Dr. Schmitz ist eine international anerkannte Vorreiterin auf diesem Gebiet. Ihr Buch ist ein sehr motivierender und evidenzbasierter Leitfaden, der die globalen Empfehlungen des "American College of Sports Medicine" für Krebspatienten in ein umsetzbares Programm übersetzt.
Hier geht´s zu meinem Buch. Es enthält die Formel für deine Transformation zum gesunden Leben.
Die Wissenschaft liefert die Fakten, aber die Umsetzung erfordert das richtige Mindset.

Wissenschaftliche Grundlagen: Leitlinien und Studien
Hier findest du direkte Links zu den wissenschaftlichen Quellen, die belegen, wie wichtig und sicher Bewegung während der Krebstherapie ist.
1. S3.-Leitlinie "Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen" (Deutschland)
Eine Meta-Analyse (Zusammenfassung vieler hochwertiger Studien), die eindeutig belegt, dass Bewegung die wirksamste nicht-medikamentöse Behandlung gegen das chronische Erschöpfungssyndrom (Fatigue) bei Krebspatienten ist – sowohl während als auch nach der Therapie.
Zur Leitlinie auf leitlinienprogramm-onkologie.de
2. Systematic Review im British Journal of Sports Medicine (BJSM): "Exercise for the management of cancerrelated fatigue“
Eine Meta-Analyse (Zusammenfassung vieler hochwertiger Studien), die eindeutig belegt, dass Bewegung die wirksamste nicht-medikamentöse Behandlung gegen das chronische Erschöpfungssyndrom (Fatigue) bei Krebspatienten ist – sowohl während als auch nach der Therapie.
Link zur Studie der National Library of Medicine
3. Studie aus dem Journal of Clinical Oncology: "Effects of Supervised Exercise on Physical Functioning in Patients Undergoing Chemotherapy“
Eine wegweisende Studie, die zeigt, dass ein betreutes Trainingsprogramm die körperliche Leistungsfähigkeit, die Muskelkraft und die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Patienten während der Chemotherapie signifikant erhalten und sogar verbessern kann.
Link zur Studie der National Library of Medicine